Applecross

Ich gebe den Steigungen jetzt Namen. Zuerst heißen sie immer so wie der Gang, mit dem man noch hochkommt. Also eine Sechs, eine Drei, eine Eins undsoweiter. Da es nicht kleiner als Eins geht, aber dann erst anfängt wehzutun, nenne ich sie dann Killer, This-Is-Rediculous oder Arschloch. Es hilft. Ein bisschen.

Jetzt wird er komisch: Heute bin ich den Applecross-Pass hochgefahren. Freiwillig, denn der lag eigentlich gar nicht mehr auf meinem Weg. Ich wollte einfach nur die Aussicht von Schottlands höchstem Pass genießen und bin dann doch noch links abgebogen. Es ging dann von Sealevel ohne Pause auf 635m hoch. Nun, am Ende haben sie dann sogar doch noch ein paar Serpentinen hier.

Gradients of 1 in 5 heißt umgerechnet 20 % Steigung

Heute Abend sind die Beine nicht weniger kaputt, wie bei jeder anderen gruseligen Steigung. Aber es fühlt sich einfach besser an, eine lange aber vorhersehbare Steigung sportlich zu erklimmen, als ungeplant zermürbende, nicht enden wollende Achterbahnen zu fahren. Ach, und das mit der Aussicht…

Apropos. In Sachen angehübschte Landschaft haben sie es schon drauf. Ich muss mir unbedingt abgewöhnen, hinter jeder Kurve für ein Foto anzuhalten. Wobei… Nee, muss ich eigentlich nicht, ist ja Urlaub.

Die Szenerie hier hat es schon in diverse Blockbuster geschafft. Das, was da so aussieht wie die Mutter aller Modelleisenbahnen war unter anderem in den Harry Potter-Filmen zu sehen. Und das Eilean Donan Castle ist vermutlich am bekanntesten aus Highlander, aber die Liste der Produktionen, die dort aushängt ist über 20 Titel lang. Es ist darüber hinaus vermutlich das am häufigsten fotografierte Schloss in Schottland. Wenn man hier irgendwo eine Tee- oder Keksdose kauft, ist wahrscheinlich ein Foto davon drauf.