Jetzt kommen die Häven

Das beste am Norden soll ja angeblich dieses “Reizklima” sein. Sehr witzig. Ich überdenke nochmal meine Vorbehalte gegen Elektrofahrräder für Fahrer unter 60 50 sagen wir 45. Heute Beaufort 5 und das hält bis morgen. Schön, übers Wetter hätten wir also geschnackt…

Habe mir heute mächtig Ärger mit den Offiziellen eingehandelt. Beim Befahren einer der schnieken, gebohnerten Promenaden habe ich wohl ein Rad-Verbot übersehen. Am Kur-Center oder wie diese Einrichtungen heißen knacken dann die Laufsprecher über den ganzen Strand, dass der “junge Mann” doch bitte schieben möge. Junger Mann, kann ja wohl schwerlich ich mit gemeint sein; außerdem rollt gebohnerte Promenade bei Gegenwind viel besser.

Von Cux- nach Bremerhaven macht die deutsche Küste eine lange Linkskurve. Quasi. Irgendwann hat man sich fahrtrichtungstechnisch soweit gedreht, dass man Lee segelt. Also so breit machen wie es geht und laufen lassen. Super, dieses Reizklima! Vielleicht hält der Wind bis … Hannover, Erfurt, Passau liegen ohne Abbiegen etwa auf dieser Linie.

Nach zich Kilometern schöner Natur (Deiche wirken auf mich trotz allem irgendwie natürlich) kommt man vom Norden her in Bremerhaven in den riesigen Containerhafen. 10 km weit oder mehr unglaublich große Maschinen. Und viele. Total wuselig. Wenn dieser Hafen als Konjunktur-Indikator fürs Land gilt, muss es echt brummen dieser Tage.
Das deutsche Auswandererhaus ein paar km weiter ist das Pendant zum Immigration Museum auf Ellis Island. Von hier sind über 7 Mio. Menschen in die neue Welt aufgebrochen (Notiz an mich selbst: ToDo beim nächsten mal NYC).

Auf der anderen Weser-Seite bin ich endgültig bei den Friesen angekommen. Mehr Schafe, mehr Deiche, weniger Moin. Nämlich nur Moin und nicht Moinmoin; das Doppel-Moin gilt hier bereits als geschwätzig. In diesem Sinne: Moinmoin!