Kauri-Tree

Alles ziemlich schön soweit. Das Wetter hat allerdings noch Potential. Beziehungsweise das Vorurteil über das wechselhafte Wetter in Neuseeland geht voll auf. Die zweieinhalb Tage in Auckland begannen mit aklimatisieungsfreundlichen 25°C.

Für den eigentlichen Start auf dem Rad hatte ich eine Personenfähre gefunden, die mich rüber auf die Coromandel-Halbinsel bringen sollte. In Auckland selbst leben mehr als ein Drittel aller Kiwis, und so konnte ich die Fahrt raus aus dem einzigen Ballungsgebiet hier und einiges an Verkehr vermeiden. Die paar km zum Hafen bin ich in strömendem Regen gefahren. Für den Golf von Hauraki bedeutete diese Wetterlage offenbar raue See. Ich habe auf einer Fähre vorher noch nie Passagiere regelrecht durchs Boot fliegen sehen! Mit Sitzplatz war man einigermaßen sicher, aber wer zum Kotzen an Deck musste…

Drüben habe ich dann bereits mittags mein Zelt aufgebaut. Im Regen. Und wollte mich dann den Rest des Tages Rad-mäßig noch ein bisschen ohne Gepäck eingrooven. Persönliches Highlight war ein Kauri-Wald, von dem die ältesten über tausend Jahre alt sind. 1000 Jahre! Ich meine, hey, der war schon richtig stattlich wie eine alte Eiche, als man in Europa zum ersten Kreuzzug aufgebrochen ist.

Wie wechselhaft es wirklich werden kann habe ich dann am nächsten Tag gemerkt. Nach einem letzten Schauer – wusste ich da natürlich noch nicht – das Zelt abgebaut und mich auf die längere Fahrt die Küstenstraße südwärts gemacht. Bis mittags war es schon schön warm geworden. Von zu Hause hatte ich noch noch den 30er Sonnenschutz. War aber auch echt eine schöne Größe! Die Sonne hat einmal *schlurrrpp* gemacht jetzt bin ich richtig verbrannt und habe Suncare mit Schutzfaktor 85 nachgekauft. Wusste gar nicht, dass es das gibt.

Ist aber nicht so schlimm. Inzwischen wird der Sonnenbrand wieder durch gelegentliche Regenschauer gekühlt. Von meinem sehr entzückenden B&B bin ich mit Sonne und ortsansässiger Wetterwarnung los; nur um 12 Minuten später meine Regenjacke aus dem Gepäck zu pulen.

Derzeit fahre ich auf einer stillgelegten Eisenbahnlinie. Ein über einen km langen Tunnel inklusive.