Newton irrt

Hier ist so dermaßen Pampa, ich habe so gut wie niemals Netz – und ich bekomme keine Bilder oder Posts auf den Blog. Aber schön ist sie, die Pampa.

Kurz vor dem Abschied von Islay gab es noch ein sehr schönes Tasting, bei dem ich mich anmelden konnte. Whisky mit Schokolade. Dabei gelernt, dass es Frühstücks-Whisky gibt – zum Start in den Tag nimmt der Schotte gerne was weniger rauchiges. Puh. Zum Restlichen Frühstück schreibe ich später mal was.

Mit der Fähre habe ich dann nach Jura übergesetzt. Und gleich nochwas gelernt: zwischen den beiden Inseln gibts eine der drei stärksten Strömungen der Welt. Die Gezeiten drücken hier wohl einige Liter Wasser durch. Sowas wie der schottische Mahlstrom. Da keiner über Bord gegangen ist, konnte drüben dann die richtige Kletterei beginnen:

So richtig hoch ist es ja nicht, das Königreich. Aber steil ist es! Wenn vor Unzeiten irgendwo mal ein MacGregor, ein MacLeod oder von mir aus ein Lannister mit seinen Schafen einen Trampelpfad ausgeguckt hatte, ist das bis heute als Straße in Betrieb. Im Gegensatz zu früher ist jetzt Asphalt drauf, aber mit Sicherheit muss jede Anhöhe noch mitgenommen werden – und dann nochmal runter und wieder hoch. Serpentinen kennt der Brite offenbar nicht. Wenn es auf den Hügel gehen soll, nimmt er den geraden Weg. Und, lieber Isaac, da macht es gegenüber der flachen aber langen Variante sehr wohl einen großen Unterschied beim hochradeln!

Während ich hier auf dem Campingplatz gerade mich und meine sauren Beine gebührend bemitleide, fährt neben mir einer seinen Wohnwagen mit der Fernbedienung in die Parkbucht! Boah, was es alles gibt; und ich hadere bereits beim Gedanken an Elektrobikes…

Zurück zum Thema. Der Lohn beim erklimmen der Pässe ist dann allerdings die Aussicht. Ich tendiere ja gerne zu Superlativen (wie eine gute Freundin dann sagt “Übertreibung macht anschaulich”). Aber hier gehen mir echt die Beschreibungen aus. Dramatisch passt noch am besten. Die schottische Landschaft ist dramatisch. Wild und schön. Abwechslungsreich. Eben fährst Du noch durch Teletubbiland mit Schafen wie hingestellt. Eine Stunde später ist es hochgebirgig und nach einer weiteren ist man mitten in den Schären.