Nochmal abgebogen

Wismar hat viel Kopfsteinpflaster, passend zu der wirklich entzückenden Altstadt. Hier noch ein paar Eindrücke:

Wenn man hier oben die Strandbäder passiert, ist neben Heimatkunde das zweite Hauptfach ganz klar Charakterstudien. Der Möchtegern-Ethnologe in mir ist begeistert. Die Promenade als Forschungsfeld. Ich halte mich auch gar nicht großartig damit auf, meine Erkenntnisse(!) zu verifizieren; Vorurteile werden hard facts. Also ich mag die Partner-Look-Pärchen am meisten.

Ohne es zu wissen – oder zu merken – bin ich von Mecklenburg-Vorpommern nach Schleswig-Holstein geraten. Das Meer ist immer noch rechts und auch bei den Strandbädern tun sich alte und neue Länder nicht viel. Travemünde hat einfach etwas mehr Promenade und am Strand stehen mehr Körbe als in Boltenhagen.

Boah, die Körbe!


Mal ehrlich, das sieht doch aus wie Satire, oder? Nach Sicht der Dinge ist das aber ernst gemeint. Parzellen-Besitztums-Anzeigeeinheit, zum Sitzgeflecht gehören 2×2 Meter Demarkationslinie.

Wenn ich ab Timmendorf nach Norden muss, ist rechts (Meer) im Osten und links (wo der Wind herkommt) im Westen. Vermutlich bläst es mich dann irgendwann über die Steilküste, daher fahre ich einfach gradeaus weiter. Nach der Elbe kommt ja noch ein zweites deutsches Meer. Ich übernachte in Bad Segeberg. Für Alt-Berliner ist dies die Stadt, in der sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Wohnzimmereinrichtung gekauft haben. In Zeiten der Mauer sind hier am Wochenende Busladungen mit West-Berliner Einkaufswilligen zum Möbelhaus gefahren und unter der Woche LKW-Konvois mit Schrankwänden und Küchen in die Gegenrichtung.

Die Innenstadt ist klein, hat aber beim ersten Durchfahren ein paar schnieke Ecken. Das schau ich mir jetzt mal genauer an.