The wetter the better 

Hier schimpfen alle über den verregneten neuseeländischen Sommer. Also ich weiß ja nicht so recht.

Gemessen in Radtagen hatte ich in sechs Wochen bisher genau einen halben mit (ein bisschen) Regen. Und das war auch noch der erste Tag im Sattel. So gesehen hatte ich scheinbar viel Glück; ich glaube, ich fahre eher bei Sonne als bei Bewölkung. Und wenn es mal richtig geregnet hatte, hatte ich irgendwo für einen Tag Pause, meistens sogar eher zufällig. Manchmal schüttet es nachts recht extrem, aber meist auch nur für ein paar Stunden. Das Zelt ist super und alles ist trocken. Unterwegs hatte ich einige Verzweifelte getroffen mit undichtem Material und klitschnasser Ausrüstung inkl. Schlafsack.

Die Temperaturen sind allerdings nicht immer nach Sommer. An manchen Tagen wird es keine 20°C, es schwankt aber auch bis über 30. Also irgendwie T-Shirt-Wetter wie im Sommer bei uns.

Das war bis zur Westcoast, wo ich seit ein paar Tagen fahre. Die üblichen “Westerlies” bringen warme, feuchte Luft aus Richtung Australien hier rüber. Und die Alpen zwingen diese Luftmassen nach oben in kalte Schichten wo sie dann abregnen. Hier regnet es an 300 Tagen im Jahr. In den vergangenen vier Tagen waren zwei mit 400mm Niederschlag dabei. Das ist viel. Ich habe mir lieber ein festes Dach genommen. Das schöne an dem schnellen Wetterwechsel ist, dass es nun wieder so ausschaut:

Franz Josef Glacier

Franz Josef Glacier

Heute habe ich hier in Franz Josef nochmal das Verkehrsmittel gewechselt. Yeeehaaaa, was für Spaßmobile es gibt! Wir sind zwei Stunden mit dem Quad durch Flussbetten, Regenwald, Bäche, Schlamm und Sand gebrettert. Die nehmen das mit 4WD echt ernst bei ihrer Tour. Und außerdem stehen die voll auf den Regen in der Region; das macht so eine schöne Sauerei. Aus naheliegenden Gründen konnte ich die Kamera diesmal nicht mitnehmen, daher ein Bild von deren Homepage:

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Das hier ist der Fox Gletscher. Der Anblick ändert sich derzeit radikal. Wegen der Erderwärmung schmilzt er untenrum schneller, als es oben nachschneit. Daher verliert er jeden Tag 9cm an Länge. Dabei hinterlässt er aber ein recht ansehnliches Tal, das er in den letzten paar tausend Jahren hier hingefräst hat.